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Regelbeschwerden, Bauchschmerzen, Obstipation, Divertikel, Reizdarm, rezidivierende Blasenentzündungen und Stressinkontinenz

Menstruationsschmerzen (Unterbauchschmerzen, Dysmenorrhoe....)

Menstruationsbeschwerden bezeichnen das Auftreten verschiedener Symptome, die während der Menstruation auftreten können, wobei der krampfartige Unterbauchschmerz als Leit- symptom gilt. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Dysmenorrhoe. Menstruationsbeschwerden sind wichtige Hinweise in der gynäkologischen Diagnostik.

In Untersuchungen zeigt sich, dass die Menstruationsbeschwerden zum einen bei jungen Frauen die häufigste Abweichung von der Norm darstellen, zum anderen im klinischen Patientengut der Gynäkologie in etwa 25 % vertreten sind.

Primäre Regelschmerzen
Primäre Regelschmerzen setzen im Normalfall kurz nach der Menarche ein und dauern bei betroffenen Frauen meist bis zur Menopause.
Als Auslöser für die Regelschmerzen gelten Prostaglandine, körpereigene Schmerzboten-stoffe, die ein Zusammenziehen der Muskulatur der Gebärmutter bei der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut hervorrufen. Durch diese Muskelkontraktion kommt es zu einer schwächeren Durchblutung der Gebärmutter, was den Schmerz auslöst. Ursache der "verstärkten" Regelschmerzen ist weitestgehend unklar.

Im Falle der primären Dysmenorrhoe ist die Menstruation selbst der Schmerzauslöser, es sind keine anderen Erkrankungen der Geschlechtsorgane damit verbunden. Vor allem junge oder sehr schlanke Frauen leiden von ihrer ersten Regelblutung an unter krampfartigen Unter-leibsschmerzen, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Letzteres kann von Völlegefühl und Übelkeit bis zu Erbrechen und Durchfall gehen. Einige Frauen sind davon so stark betroffen, dass sie von den behandelnden Ärzten arbeitsunfähig geschrieben werden müssen.

Sekundäre Regelschmerzen
Der sekundäre Regelschmerz wird ausgelöst durch organische Erkrankungen. Diese können die Folge mechanischer Verhütungsmittel (etwa Spirale) sein, aber auch die Folge gynäkologischer Erkrankungen (Endometriose, Myome, Zysten, etc.). Seelische Belastungen und Stress verstärken die Symptome z.T. deutlich.

Behandlung
Frauen verwenden unterschiedliche Methoden zur Schmerz- und Symptombekämpfung bei Menstruationsbeschwerden. Neben medizinischen Produkten werden auch Hausmittel einge-setzt. Bei starken Regelschmerzen sollten organische Erkrankungen wie Endometriose durch einen Gynäkologen ausgeschlossen werden.
Schmerzmittel: Bei starken Schmerzen empfiehlt sich die Einnahme von NSAR, die die Bildung von Prostaglandinen (Schmerzbotenstoffen) hemmen.
Kontrazeptiva: Auch die Antibabypille wird gegen Regelschmerzen eingesetzt, da sie den Progesteronanteil im Körper hoch hält. Die unterschiedlichen Pillenpräparate, die sich auf dem Markt befinden, zeigen in Bezug auf Regelschmerzen unterschiedliche Wirkungen.
Wärme: Ein Aufenthalt in der Sauna, ein warmes Bad, eine Wärmflasche, intravaginale Wärmetherapie, ein Körnerkissen oder eine Fangopackung auf dem Bauch helfen, die Krämpfe in der Gebärmutter zu lösen.
Entspannung: Yoga, Autogenes Training, Meditation und spezifische Gymnastik sollen Menstruationsbeschwerden lindern können.
Pflanzliche Präparate: Verschiedene Pflanzen wie Mönchspfeffer, Johanniskraut, Frauenmantel, Melisse, Gänsefingerkraut, Kamillenblüten, Schafgarbenkraut und Traubensilberkerze, Nachtkerzenöl, Brennnessel sollen in Form von Tees, Tropfen oder Kapseln bei Menstruationsbeschwerden hilfreich sein.
Akupunktur: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Akupunktur zur Anwendung bei Schmerzzuständen verschiedenster Art, auch gegen Menstruationsbeschwerden.

Osteopathie
Histologisch gesehen haben alle - auch schon jüngere - Frauen mehrere Entzündungsreaktio- nen im kleinen Becken. Allein der monatliche Eisprung bedeutet schon eine Verletzung mit Einblutung, woraus sich häufig Zysten, manchmal sogar Eierstockentzündungen entwickeln. Diese Entzündungen - und natürlich jeder chirurgische Eingriff (Curettage, Myomentfernung, sectio...) - hinterlassen Fixierungen von Gewebeschichten (Adhäsionen), welche Ihrerseits stark unter Zug gesetzt werden während der Menstruation. Hier liegt eine wichtige Ursache für verstärkte Regelschmerzen.
Diese Adhäsionen können häufig mit manuellen Techniken über den Bauch verbessert wer- den.

Bauchschmerzen

Der Bauchschmerz (Abdominalschmerz oder abdomineller Schmerz) ist eines der häufigsten Symptome, die zur Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe führen. Bauchschmerz kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. Zu diesen Ursachen gehören konkrete Erkrankungen von Organen des Bauchraumes, Krankheiten, die sich außerhalb des Bauchraumes abspielen, aber auch Missempfindungen, die durch psychische Erkrankungen ausgelöst werden.

Organische Ursachen
Alle im Bauchraum (intraabdominell) vorhandenen oder an ihn angrenzenden Organe können im Fall einer Erkrankung Bauchschmerzen verursachen.
Oberbauchschmerzen (häufig mit Völlegefühl) beruhen auf Störungen im Magendarmtrakt („Gastrointestinaltrakt“) mit Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm (Jejunum und Ileum), Leber mit den Gallenwegen und der Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse (Pan- kreas), Milz.
Unterbauchschmerzen beziehen sich dagegen auf Dickdarm (Blinddarm mit Wurmfortsatz, Colon ascendens, Colon transversum, Colon descendens, Colon sigmoideum und Rektum), der Urogenitaltrakt, also die Nieren und Nebennieren, die Harnleiter und die Harnblase, das Gefäßsystem, also Aorta, Vena cava inferior, Mesenterialarterien und -venen, Pfortader, die Bauchwand (Nabel- und Narbenhernien, Leistenbruch), die Ovarien, Eileiter.

Verstopfung (Obstipation)

Erschwerte oder zu seltene Darmentleerung, meist mit Völlegefühl im Unterbauchgefühl, Blähungen.

Symptome
Eine Obstipation kann sich je nach Ausprägung in unterschiedlichen Symptomen zeigen. Die Patienten leiden zu Beginn unter Völlegefühl und allgemeinem Unwohlsein, der Bauch kann gebläht sein. Häufig ist der Stuhlgang schwierig, oft schmerzhaft, und meist werden viele kleine und harte Kotportionen ausgeschieden. Mit der Verstopfung sind eine Reihe von Symptomen oder Missempfindungen gekoppelt, die sich unterschiedlich stark zeigen können:

Seltener Stuhlgang mit Entleerung nur kleiner Stuhlmengen („Kaninchenknödel“, „Schafköttelstuhl“), harter Stuhl, starkes Pressen bei der Darmentleerung, Gefühl der unvollständigen Darmentleerung, schmerzhafter Stuhlgang, Blähungen, Unterbauchkrämpfe.

Gesundheitliche Folgen
Eine chronische Verstopfung kann verschiedene gesundheitliche Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Zu den häufigsten Komplikationen einer chronischen Verstopfung zählen:
Hämorrhoiden, Analfissuren (durch harten Stuhl), Entstehung eines Rektumprolaps, Diverti-kulitis, Entstehung vermeintlicher Stuhlinkontinenz oder Enkopresis bei Kindern.

Häufig: Kologene Obstipation

Die kologene Obstipation ist eine Form der chronischen Verstopfung, die auch unter dem Begriff Slow-transit-Obstipation bekannt ist. Durch mangelnde Beweglichkeit des Darms wird der Darminhalt nur langsam vorwärts bewegt. Da dem Darminhalt ständig Wasser entzogen wird, entsteht harter Stuhl. Die Ausscheidung kann dadurch um bis zu zwei Wochen verzögert sein. Folgende Ursachen können dafür verantwortlich sein:
ballaststoffarme Ernährung, Vitaminmangel
zu wenig Flüssigkeit
zu wenig Bewegung
psychische Faktoren - Angst, introvertiert
regelmäßige Einnahme von Medikamenten zur Darmaktivierung
Nervenstörungen z. B. im Nervengeflecht des Darms, in der zentralen Nervensteuerung oder durch neurologische Erkrankungen, Diabetes mellitus
hormonelle Einflüsse, z. B. bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Dolichokolon (angeborenes überlanges Colon > 1,5 m)
Nebenwirkungen von Medikamenten: Mittel gegen psychische Erkrankungen (Psychopharmaka), Schlafmittel, Beruhigungsmittel, aluminiumhaltige Magensäurebinder (Aluminiumsulfat), Opiate (z. B. Morphin), Eisenpräparate, entwässernde Medikamente (Diuretika), Antihypertensiva, Antiparkinsonmedikamente, Antiepileptika, Anticholinergika (bei Harninkontinenz)

Anorektale Obstipation
Die anorektale Obstipation ist eine Form der chronischen Verstopfung, die auf Veränderungen oder Störungen im Bereich des Enddarms und des Afters zurückgeführt wird. Zu den Ursachen zählen:
Verengung des Darmausgangs (Analstenose)
Herausrutschen eines Teils des Mastdarmgewebes aus dem After (Rektumprolaps, Analprolaps)
Aussackung des Enddarms (Rektozele)
angeborene Verdickung des inneren Schließmuskels (Sphincter internus)
gestörte Motorik von Enddarm (Rektum) und After
verminderte Rektumsensibilität
gestörte Koordination der inneren und äußeren SchließmuskelnKologene Obstipation

Behandlung
Die Behandlung erfolgt nach einem Stufenschema: Ist die Obstipation durch Ernährungsfehler oder ungünstigen Lebensstil bedingt, ist der Hauptaspekt der Behandlung eine Umstellung der Ernährung auf ballaststoffreiche Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ggf. die Änderung der Lebensgewohnheiten. Die Darmtätigkeit wird in einem zweiten Schritt mit Hilfe von Füll- und Quellstoffen angeregt.

Normalkost
Vollkornbrot (Braunbrot hat nur unwesentlich mehr Ballaststoffe als Weißbrot)
Kleiebrot (ein spezielles Brot, das eine weichere Rinde als manches Vollkornbrot hat)
Vollkornteigwaren, Vollreis, Hirse, Hafer, Vollkornmüsli
Knollengemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte
Birnen, Pfirsiche, Kirschen, Dörrobst, Feigen usw.

Weiche Kost
gekochte Früchte, pürierte Feigen, Dörrpflaumen und Dörrbirnen
gekochtes Gemüse, Kartoffeln
Salat aus gekochtem Knollengemüse
Erdbeerkonfitüre, Sofortkaffee, Schokoladengetränke, Milchschokolade

Abführende Ernährung

Eingelegte Pflaumen, Feigen und Aprikosen
Kleie (mit viel Flüssigkeit)
Leinsamen (mit viel Flüssigkeit)
Rhabarber
Sauerkraut
Rote Bete (auch als Saft erhältlich)
Indischer Flohsamen

Stopfende Ernährung - verboten
Weißbrot
Teigwaren
Bananen
Karotten
Schokolade
Rotwein
Schwarzer Tee
faserreiche Lebensmittel (z. B. Spargel, Sellerie, Lauch)
geriebene Äpfel

Osteopathie
Mit Ausdauersport (3x/w 40 min) und etwas Verzicht (Weizenmehl, Zucker, Schweinefleisch) wird sich die Obstipation verbessern.
Häufige Lokalisationen von Adhäsionen (Verklebung von Gewebsschichten nach Entzündung) sind sehr häufig im Darmbereich und im kleinen Becken, - bei Patienten mit Obstipation zu ca. 80%. Diese früher abgelaufenen und längst verheilten kleinen Entzündungen können durchaus stumm verlaufen sein, - engen aber gerne Darmpassagen und Gefäße ein. Diese Adhäsionen wären schulmedizinisch nur mittels Laparoskopie zu diagnostizieren und zu lösen, so wird davon abgeraten. Das Lösen von Adhäsionen mittels osteopathischen Techniken kann Verbesserung bringen und ist frei von Nebenwirkungen.

Divertikel

Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand (Muskellücken im Bereich der durchtretenden Darmgefäße) treten am häufigsten im Dickdarm auf, können aber auch in allen anderen Bereichen des Verdauungstrakts zwischen Schlund und Enddarm vorkommen.
Die häufigste Lokalisation ist im letzten Bereich des Dickdarm (Sigmoid) anzutreffen. Sie entstehen durch einen Prolaps der Schleimhaut durch die Muskellücken der Darmwand. Häufig ist dies der Fall im höheren Lebensalter (>60 Jahre). Der eigentliche Grund in der Schleimhautausstülpung ist dem erhöhten Darminnendruck (= intraluminaler Druck) geschuldet, der wiederum durch einen zu geringen Ballaststoffgehalt der Nahrung entsteht

Die Beschwerden kommen krampfartig nach einer Phase von Obstipation - meist gefolgt von Durchfall, welcher den Stuhl flüssig und damit passagefähig macht. Diese Entzündung heilt normalerweise ohne Medikamente ab. Sollte die Entzündung fortschreiten und auf das Bauchfell übergehen, bekommt der Patient Fieber. Er muss sofort mit Antibiotika behandelt werden.

Osteopathie
Divertikel gehen durch ihre rezidivierenden kleinen Entzündungen immer mit Adhäsionen einher, eventuell sind sie sogar die Folge dieser Adhäsionen. Diese können osteopathisch behandelt und leicht mobilisiert werden. Ausdauersport (3x7w für 40 min) und eine Ernährungsumstellung (abführende Nahrungsmittel, viel Flüssigkeit, Flohsamen) führen immer zu einer Besserung.

Reizdarmsyndrom

In der Medizin (Gastroenterologie) bezeichnet der Begriff Reizdarmsyndrom (RDS) eine Gruppe funktioneller Darmerkrankungen, die eine hohe Prävalenz (Krankheitshäufigkeit in der Bevölkerung) haben und bis zu 50 % der Besuche beim Spezialisten ausmachen. Das Reizdarmsyndrom kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen, ist jedoch, wenn diese Erkrankungen ausgeschlossen sind, ungefährlich. Synonyme Begriffe sind Irritables Darmsyndrom (IDS) bzw. englisch irritable bowel syndrome (IBS), Reizkolon, Colon irritabile und „nervöser Darm“.

Symptomatik
Symptome des Reizdarmsyndroms sind Schmerzen oder Unwohlsein im Bauchraum zusammen mit einer Veränderung in den Stuhlgewohnheiten unter Ausschluss einer strukturellen oder biochemischen Ursache. Eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Darmes gegenüber mechanischen Reizen ist ein sehr sensitives, weniger spezifisches Zeichen des Reizdarmsyndroms. Je nach Charakter der Schmerzen und der Stuhlgewohnheiten spricht man auch vom spastischen Kolon. Das Reizdarmsyndrom kann in verschiedene Untergruppen klassifiziert werden, dazu gehören diarrhoe-prädominantes (Durchfall), obstipations-prädominantes (Verstopfung) Reizdarmsyndrom und Reizdarmsyndrom mit wechselnden Stuhlgewohnheiten. Typisch ist die Überlappung mit chronischen Beckenschmerzen, mit Fibromyalgie (chronische Schmerzen, geistige und körperliche Erschöpfung) und psychischen Erkrankungen.

Diagnose
innerhalb der letzten 12 Monate mindestens 12 Wochen, die nicht in Folge sein müssen, abdominelle Schmerzen oder Unwohlsein mit zwei der drei Eigenschaften:
1.Linderung durch Stuhlgang
2.Beginn der Schmerzen verbunden mit einer Veränderung der Stuhlhäufigkeit
3.Beginn der Schmerzen verbunden mit einer Veränderung der Stuhlkonsistenz

Pathophysiologie
Die Ätiologie (Ursache) des Reizdarmsyndromes ist teilweise unklar. Ein ausschlaggebender Faktor bei einer bestimmten Form (IBS-D) scheint Glutensensitivität zu sein. Veränderungen der Motilität, Immunreaktionen und psychische Faktoren sind außerdem vorgeschlagen worden. Ein weiterer konsistenter Befund bei vielen Patienten sind erniedrigte Schmerzschwellen (Hyperalgesie) im Kolon.
Etwa 25 % der Reizdärme entstehen nach einer Gastroenteritis (z. T. nach dem Einsatz von Antibiotika).
Ein anderer Erklärungsansatz macht eine Dünndarmfehlbesiedlung für die Symptome verantwortlich. Demnach führt eine gestörte Dünndarmperistaltik dazu, dass der Essensbrei nicht mit der normalen Geschwindigkeit weiter befördert wird. Der verlangsamte Transport führt dazu, dass Bakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm aufsteigen und sich dort vermehren können. Nährstoffe, die etwas langsamer verstoffwechselt werden und somit in die untere Partie des Dünndarms hinabsteigen, stehen somit als Nahrungsquelle für die Bakterien bereit. Die Bakterienanzahl und Zusammensetzung variiert je nach Patient, und so entstehen bei der Gärung durch Bakterien unterschiedliche Gase und Schadstoffe, die zu der breiten Palette an Symptomen führen. So kann es durch allergische Reaktionen auf die Schadstoffe zu nesselsuchtartigen Hautausschlägen kommen. Die Gase verflüssigen den Stuhl, und so kommt zum Paradoxon, dass trotz verlangsamter Darmmotilität der Stuhl nicht eingedickt werden kann, und die Patienten unter Durchfall leiden.

Behandlung
Bei günstiger Symptomatik kann die Behandlung auf eine Diätberatung beschränkt bleiben. Als empfehlenswert haben sich wasserlösliche Ballaststoffe wie z. B. Flohsamenschalen herausgestellt. Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Pfefferminzöl oder hochkonzentrierter Extrakt aus Melissenblättern haben sich bei Reizdarm bewährt.

Sind die Bakterien im Dünndarm für die Symptome verantwortlich, so können mehrere Maßnahmen Linderung verschaffen. Diät, die auf Oligosaccharide (Zucker, Früchte, Weizenmehl, Alkohol) und viele Polysaccharide (Ballaststoffe) verzichtet, vermindert die Symptome bedeutend. Allerdings muss diese ärztlich begleitet werden, weil sie die Patienten einer großen Gefahr von Fehlernährung aussetzt. Weil der Darm den Transit von Essen nur dann durchführt, wenn kein Essen sich im Magen befindet, sollten die Mahlzeiten (drei am Tag) mit genügend Abstand eingenommen werden, und alle Knabbereien zwischendurch wirken kontraproduktiv. Des Weiteren wirken sich regelmäßiger Sport und ein gesunder geregelter Schlafrythmus positiv auf die Steuerung der Darmbewegung aus.

Osteopathie
Aus osteopathischer Sicht verbessern eine gemäßigte Diät (von Weizenmehl/Gluten, Zucker, scharf gebratenem, viel Fleisch ist abzuraten - Flohsamen und viel Flüssigkeit sind ein- zunehmen) und regelmäßiger Ausdauersport (3x/w) die Symptomatik deutlich. Häufig sehen wir auch abgelaufene Entzündungen mit Adhäsionen im Bauchbereich als störende Faktoren. Die angesprochene Fehlbesiedlung von Bakterien im Dünndarm geht häufig einher mit einer muskulären Spannungsstörung des muskulären Sphincters zwischen Dünndarm und Dickdarm. Nicht selten besteht diese als leichte funktionelle Störung schon seit dem Kindesalter. Dort wird sie häufiger als "Invagination" beschrieben.
Typischerweise finden sich ebenso - fast immer - osteopathische Befunde in den Entgif-tungsorganen Leber, Niere, Darm.
Adhäsionen und funktionelle Störungen sind osteopathisch zu behandeln, die Eigenmaß-nahmen des Patienten werden allerdings den stärksten Einfluss haben.

Rezidivierende Blasenentzündung
en und Stressinkontinenz

Eine akute, unkomplizierte Blasenentzündung tritt hauptsächlich bei Frauen auf. Zu den Symptomen gehören eine schmerzhafte, häufige und erschwerte Harnentleerung und ein starker Harndrang. Verursacht wird die Infektionskrankheit in den meisten Fällen vom Bakterium Escherichia coli. Zur medikamentösen Behandlung gilt die empirische Kurzzeit-therapie mit einem Antibiotikum als Mittel der ersten Wahl. Für die Selbstmedikation stehen phyto- und alternativmedizinische Arzneimittel zur Verfügung. Zur Vorbeugung gibt es eine Reihe von Verhaltensempfehlungen.

Symptome
Akute, unkomplizierte Blasenentzündungen zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Frauen. Als unkompliziert oder einfach wird eine Blasenentzündung bezeichnet, wenn der Harntrakt funktionell und strukturell normal ist und keine Krankheiten vorliegen, welche die Infektion begünstigen, zum Beispiel Diabetes mellitus oder eine Immunsuppression. Zu den Symptomen gehören:
Schmerzhafte, häufige und erschwerte Harnentleerung
Starker Harndrang
Schmerzen oberhalb des Schambeins (Unterbauchschmerzen)
Kein vaginaler Juckreiz oder Ausfluss

Der Urin ist häufig trüb, verfärbt, übelriechend und kann Blut enthalten. Im Harn sind Bakterien und weisse Blutkörperchen nachweisbar. Der Allgemeinzustand der Patientinnen ist in der Regel gut, es tritt kein Fieber auf und die oberen Harnwege werden nur selten betroffen. Die Infektion heilt innert Tagen bis Wochen auch spontan ohne Behandlung ab. Etwa 20% der Frauen, die einmal eine Blasenentzündung hatten, erkranken innert einiger Monate wieder an einer.

Ursachen
Die Ursache der akuten Blasenentzündung ist eine Besiedelung der sonst sterilen Blase mit Bakterien. Die weitaus am häufigsten nachgewiesenen Erreger sind die gramnegativen uropathogenen Escherichia coli. Die Infektion erfolgt in der Regel aufsteigend über die Harnröhre..

Osteopathie
Patientinnen mit rezidivierenden Blasenentzündungen zeigen einechronisch- latente Reizung der Blasenschleimhaut. Schon geringste Auslöser führen zu einer - teilweise mechanisch bedingten - Entzündung, bei der z.T. gar keine Bakterien nachweisbar sind. Die Reizung der Blasenschleimhat  steht in deutlicher Beziehung zum direkt anliegenden Gewebe: dem Dünn- darm und der Gebärmutter. Diese anliegenden Gewebsschichten bleiben nach Blasen-entzündungen gerne haften und üben Zug aus auf die Blasenwand - jedesmal bei Blasen-füllung und Blasenentleerung - wenn die Blase dabei steigt und sich senkt.
Diese "Adhäsionen" zur Blasenwand entstehen so gut wie immer nach einem Kaiserschnitt, häufig auch nach Blasenentzündungen oder geplatzten Eierstockzysten. Daraus resultierende, pathologische Züge führen wiederkehrend zu Blasenentzündungen.
Im Laufe der Zeit kommt es durch die ständige Irritation der Blasenwand und damit einher-gehender gleichzeitiger Aktivierung der Blasensphincter (dies wird interpretiert als Füllungs- reiz)   zu einer Insuffizienz der Sphincter. Diese kann sich beim Pressen, lachen etc. bemerkbar machen. Es entsteht eine Stressinkontinenz.

Hier finden Sie folgende Themen                                                                               Fibromyalgie, M.Bechterew, M.Scheuermann   

Systemische Krankheiten, ebenso wie Erkrankungen mit strukturellen Änderungen (Degene-rationen) können osteopathisch nicht geheilt werden. Dennoch lohnt es sich häufig, diese Krankheiten zu behandeln, da diese immer mit weiteren mit Funktionsstörungen einher-gehen.

Fibromyalgie                                                                                        

Sie ist charakterisiert durch wiederholte Entzündungen wechselnder Lokalisationen insbeson- dere von gelenknahen Sehnenansätzen.
Die Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) gilt als eine chronische und unheilbare Erkrankung. Sie ist durch weit verbreitete Schmerzen mit wechselnder Lokalisation in der Muskulatur, um die Gelenke und Rückenschmerzen und auch Druckschmerzempfindlichkeit (dazu weiteres unter Diagnose) sowie Begleitsymptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungsgefühl an Händen, Fü- ßen und Gesicht und viele weitere Beschwerden charakterisiert. Fibromyalgie ist nicht mit dem Begriff „Weichteilrheumatismus“ gleichzusetzen. Eine wichtige Differentialdiagnose ist jedoch die Rheumatoide Arthritis.

Symptome
Hauptsymptome: chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, andauernde Mü- digkeit (allgemeine Schwäche, Konzentrationsstörungen) bis hin zur Erschöpfung sowie Schlafstörungen. Von den Schmerzen besonders betroffen sind Rücken, Nacken und Brust- korb sowie die Gelenke in den Armen und Beinen, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne. Die Symptome sollten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten aufgetreten sein.
Nebensymptome: Zu den häufig vorzufindenden Begleitsymptomen gehören Schwellungsgefühle in den Händen, Füßen oder dem Gesicht, Morgensteifigkeit, Reizdarm, Reizmagen, Kopfschmerzen, Trockenheit bzw. Überempfindlichkeit der Schleimhäute sowie vermehrte Ängstlichkeit und Depressivität.
Organ- und Gewebeschäden sind bisher nicht nachweisbar, obwohl massive Störungen in der Funktion der inneren Organe auftreten können, insbesondere zu Beginn der Erkrankung. Die Fibromyalgie kann plötzlich ausbrechen, z.B. nach einer grippeähnlichen Erkrankung, schleichend einsetzen, z.B. bedingt durch Burnout, durch übermäßige körperliche Anstrengung über Jahre, Überreizung des Nervensystems.

Krankheitsverlauf
Der Erkrankungsbeginn ist häufig schleichend und unauffällig. Am Anfang stehen meistens unspezifische Befunde wie Abgeschlagenheit, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Später kommen Schmerzen im Bereich der Lenden- oder – etwas seltener – der Halswirbelsäule hinzu. Erst danach entwickeln sich die typischen Schmerzen in Armen und Beinen sowie weitere begleitende Symptome und Beschwerden. In der Regel verschlimmert sich die Krankheit nicht kontinuierlich. Heftige Schmerzattacken werden von schmerzfreien Intervallen abgelöst. Kälte, Nässe oder äußere Belastungen, auch starke Sonneneinstrahlung, können zur Verschlimmerung führen. Bis sich das Vollbild der Erkrankung herausgebildet hat, dauert es durchschnittlich sieben bis acht Jahre. Die einzelnen Schübe und akuten Phasen folgen keinem bestimmten Muster und sind deshalb nur schwer vorherzusehen, jedoch treten sie besonders häufig nach akuten Infektionskrankheiten auf (Grippe, Lungenentzündung, Lyme-Borreliose o.ä.). Stress ist jedoch ebenfalls ein ernstzunehmender Faktor. Viele Betroffene klagen über vermehrte Symptome (körperlich sowie psychisch), nachdem sie Stress hatten. Hierbei ist es egal, ob es „positiver Stress“ oder „negativer Stress“ ist. Aus diesem Grund ist auch Stabilität für Betroffene äußerst wichtig.

Diagnose

Die Diagnose einer Fibromyalgie gestaltet sich recht schwierig, da sowohl Röntgenbilder als auch Laborwerte keinen eindeutigen Aufschluss geben. Eine Diagnose kann somit letztlich nicht immer sicher gestellt werden. Meist werden „tender points“ (engl. etwa: empfindliche Stellen) zur Hilfe genommen (ACR [American College of Rheumatology]- Klassifikationskriterien 1990). Besteht bei 11 oder mehr von 18 „tender points“ eine erhöhte Druckschmerzhaftigkeit, so liegt der Verdacht auf Fibromyalgie nahe. Diese Diagnosepunkte liegen zumeist gelenknah an den Sehnen-Muskel-Ansätzen.

Oft wird die Diagnose erst nach acht bis zehn Jahren gestellt, so dass es bereits zu einem Vollbild der Erkrankung gekommen ist, bevor der Patient angemessen therapiert wird. Weil für die meisten Patienten bis zur abschließenden Diagnose eine relativ lange Zeit vergeht, haben fast alle Betroffene eine regelrechte Ärzte-Odyssee hinter sich. Da einige Betroffene in dieser Zeit als Hypochonder abgestempelt werden, verschlimmern sich nicht selten Selbstzweifel und Symptome.

Fibromyalgie-Patienten haben aufgrund der problematischen Diagnose oft Schwierigkeiten als arbeitsunfähig anerkannt zu werden, was nicht selten zu großen sozialen bzw. finanziellen Schwierigkeiten führt. Die Krankheit ist nicht tödlich, kann jedoch eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität bewirken.

Ursache
Sowohl die Ursache (Ätiologie) der Fibromyalgie als auch die Mechanismen der Krankheitsentstehung (Pathogenese) sind ungeklärt. Es besteht eine Vielfalt von Befunden, die genetische, hormonelle, neurophysiologische, psychische und weitere Faktoren betreffen. In der Zusammenschau der Befunde wird derzeit vorwiegend eine Störung schmerzverarbeitender Systeme im zentralen Nervensystem mit der Folge einer erniedrigten Schmerzschwelle diskutiert.

Bei Patienten mit Fibromyalgie liegen überdurchschnittlich häufig psychische Störungen wie Depressivität und Ängstlichkeit vor. Es ist ungeklärt und Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion, inwieweit diese psychischen Störungen selber Folge der chronischen Schmerzen sind oder aber die Symptome der Fibromyalgie eine zugrundeliegende psychische Störung reflektieren. In Untersuchungen konnte bei Fibromyalgie-Patienten ein häufigeres Vorkommen von körperlicher Misshandlung und sexuellem Missbrauch in der Vorgeschichte festgestellt werden, psychische Störungen ließen sich meist schon vor der körperlichen Symptomatik faeststellen.

Studien des NIAMS (ein Bestandteil des „National Institutes of Health“ - National Institute of Arthritis and Muscoskeletal and Skin-Deseases) zeigen bei Fibromyalgie-Patienten einen abnorm niedrigen Cortisol-Spiegel im Urin. Menschen, bei denen im Körper zu wenig Cortisol freigesetzt wird, zeigen viele der fibromyalgietypischen Symptome. Es ist naheliegend, dass eine Nebennierenschwäche damit im Zusammenhang steht.

Betroffene
Betroffen sind - je nach Quelle - zwischen 0,6 und 4 Prozent der Bevölkerung, davon sind 85 bis 90 Prozent Frauen. Die Erkrankung beginnt im Allgemeinen gegen Ende 20, ist mit etwa Mitte 30 voll entwickelt und hat bei Frauen einen Häufigkeitshöhepunkt in und nach den Wechseljahren. Selten sind auch Kinder und Jugendliche von ihr betroffen; bei alten Menschen könnte sie fälschlicherweise unter „Altersbeschwerden“ subsumiert werden.

Behandlung
Die Fibromyalgie ist durch medizinische Maßnahmen nur begrenzt beeinflussbar. Grundsätzlich besteht die Gefahr des Medikamentenmissbrauchs, der Sucht sowie unabsehbarer Folgeschäden durch Dauermedikation mit diversen Schmerzmitteln.
Da es sich um ein lebenslang bestehendes Beschwerdebild handeln kann, werden insbesondere Behandlungsmaßnahmen empfohlen, die von Betroffenen eigenständig durchgeführt werden können (Selbstmanagement), die keine oder nur geringe Nebenwirkungen haben und deren langfristige Wirksamkeit gesichert sein sollte. So umfasst das heutige Konzept meist eine Patientenschulung, den Einsatz von Medikamenten in Verbindung mit Sport- und Funktionstraining, physikalischen Therapien sowie Psychotherapie und Entspannungsmethoden.

Medikamente
Die größte Erfahrung besteht mit dem trizyklischen Antidepressivum Amitriptylin, das zeitlich befristet zur Therapie chronischer Schmerzen im Rahmen eines Gesamt-therapiekonzeptes eingesetzt werden kann. Weitere einzelne, aber noch nicht vollkommen gesicherte Wirkungsnachweise gibt es aus der Gruppe der Antidepressiva für Sertralin, Moclobemid, Venlafaxin, Mirtazapin und Milnacipran. Letzteres hat in den USA sogar eine Zulassung für die Indikation Fibromyalgie erhalten, allerdings keine in Europa. Für den Einsatz nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) liegen keine Hinweise auf eine Wirksamkeit bei Fibromyalgie vor.

Naturheilverfahren und Komplementärmedizin
Wärmebehandlungen, wie z. B. die Naturfangoanwendung, aber auch warme Thermalbäder und Saunagänge werden häufig wegen ihrer schmerzlindernden Eigenschaften angewendet. Ein ähnlicher Effekt kann kurzzeitig durch eine Ganzkörperkältetherapie erzielt werden. Empfohlene Ausdauersportarten sind Walking, Radfahren, Schwimmen und Aqua- jogging.Auch ein Funktionstraining, bei dem bewegungstherapeutische Übungen in Trocken- und Wassergymnastik gezielt auf Muskeln und Gelenke wirken, verbessert bei einem Teil der Betroffenen die Situation.

Ernährungstherapien
Die Umstellung auf vegane Rohkost zeigte innerhalb von sechs Wochen deutliche Verbes-serungen in verschiedenen subjektiven Parametern der Fibromyalgie (Morgensteifigkeit, Schmerzen in Ruhe und Allgemeinzustand). Wenn die Patienten ihre normalen Essge-wohnheiten wieder aufnahmen, kehrten die Symptome zu ihrer ursprünglichen Stärke zurück. Ähnliche Ergebnisse wurden erzielt, wenn die Diät nur zum größten Teil aus veganer Rohkost (einschließlich Leinöl, Karotten- und Gerstengrassaft) bestand. So verbesserte sich der Symptomindex des FIQ bereits nach zwei Monaten signifikant. Nach sieben Monaten hatte sich jedes einzelne untersuchte Symptom (z. B. körperliche Einschränkungen, Depres- sion, Müdigkeit) gebessert. 

Osteopathie
Aus osteopathischer Sicht verbessern eine gemäßigte Diät und regelmäßiger Ausdauersport (3x/w) die Symptomatik. Typischerweise finden sich ebenso - fast immer - osteopathische Befunde in den Entgiftungsorganen Leber, Niere, Darm. Gelenkblockierungen der Wirbelsäule sind häufig und müssen behandelt werden, da diese zu vermehrter muskulärer Spannung führen und die Sensibilität der Tendepoints deutlich erhöhen.
Adhäsionen und funktionelle Störungen sind osteopathisch zu behandeln, die Eigenmaß-nahmen des Patienten werden allerdings den stärksten Einfluss haben.

M.Scheuermann

M.Scheuermann, Adoleszenzkyphose, juvenile Kyphose, juvenile Osteochondrose) ist eine Wachsstumsstörung der Bandscheiben. Die Krankheit entwickelt sich in der Pubertät und kommt im jungen Erwachsenenalter zum Stillstand. Schätzungen zufolge ist bei etwa jedem Hundertsten ein Morbus Scheuermann feststellbar. Jungen sind vermutlich etwas häufiger betroffen als Mädchen.

Symptome                                                                                                                  Meist verläuft Morbus Scheuermann mit jugendlichen Rückenschmerzen beim Sitzen, z.T. bleiben diese bei Bewegungsmangel. Auffälliges Zeichen der Krankheit ist ein Rundrücken: Die Brustwirbelsäule krümmt sich stärker als im Normalfall (verstärkte Kyphose). Die Scheuermann-Krankheit wird manchmal lange nicht erkannt. Oft wird sie auch rein zufällig bei einer Untersuchung aus anderen Gründen entdeckt.

Ursachen                                                                                                                      Die veränderte Wirbelsäulenform entsteht durch ein ungleichmäßiges Längenwachstum der Wirbel. So haben einige Wirbelkörper nicht mehr die typische Zylinderform, sondern erhalten allmählich die Form eines Keils. Erbliche Faktoren spielen hier eine Rolle.

Therapie bei Morbus Scheuermann                                                                          Wie die optimale Behandlung aussieht, muss im Einzelfall entschieden werden. Krankengymnastik und regelmäßige gezielte Übungen helfen, die Wirbelsäule aufzurichten, bestimmte Muskelgruppen zu stärken und verkürzte Muskulatur zu dehnen.

Osteopathie
Die Bandscheiben stehen unter verstärkter Kompression und ihr Versorgungszustand ist gestört. Letztendlich ist dies auch die Ursache für die Veränderung der Bandscheiben. Die Mobilität zu erhalten und die Bandscheiben zu dekomprimieren mit gezielten Techniken steht im Vordergrund. Scheuermann-Patienten sind nicht nur kyphosiert, sondern auch in einer "Ausatemstellung". Die Einatmung muss forciert werden (joggen, schwimmen) - unausweichlich ist dabei eine folgende Oberbauchschwäche mit einem schwachen Zwerchfell.

M.Bechterew

Ähnlich wie beim M.Scheuermann kommt es zu strukturellen Veränderungen der Wirbelsäule. Diese betreffen jedoch hauptsächlich die Weichteile der Ws (Bänder), welche insbesondere direkt nach schmerzhaften Schüben - versteifen. Bteroffen sind häufiger junge Männer.

Symptome
Schmerzen im Rücken, anfangs häufig im Iliosacralgelenk. Schmerzhafte Schübe, die Wirbelsäule kyphosiert in diesen Phasen zunehmend.

Therapie
Während der Schübe NSAR.

Osteopathie
Entscheidend ist die Zeit nach den Schüben. Hier wollen die Bänder versteifen. Der Patient muss gerade in diesen Zeiträumen seinen Rücken in eine weit gestreckte Position bringen - ohne jeglichen Kraftaufwand und unter nur geringen "Schmerzen". Über Nacht ist gerade in diesen Phasen eine kleine Rolle unter der Ws zu empfehlen, tagsüber stündlich entspannende, aufrichtende Übungen im angelehnten Sitz oder liegend auf dem Rücken. Tägliches schwimmen.

Osteopathische Techniken können ander WS nur begrenzt helfen. Entscheidend ist auch hier das Erhalten von Beweglichkeit.